Der Nikolaustag an der Wimbergschule

Auch dieses Jahr konnten im Vorfeld des Nikolaustages die Werkrealschülerinnen und -schüler Kärtchen ausfüllen mit den Namen, die sie am 6.12. beschenken wollten. Die Kärtchen kosteten einen Euro und wurden dann an einen leckeren Schokonikolaus gebunden. Organisiert hatte das Ganze die SMV.

Am Nikolaustag war es dann soweit und Semina bzw. Aris, ihres Zeichens die Klassensprecher der 9a, gingen verkleidet als Weihnachtsmann bzw. als sein Rentier von Klassenzimmer zu Klassenzimmer und beschenkten ihre Mitschüler. Witzig war, dass die beiden nach der Hälfte ihre Rollen wechselten: Plötzlich steckte das ehemalige Rentier im Weihnachtsmannkostüm und umgekehrt. Doch nicht nur die Beschenkten bekamen eine Überraschung, sondern alle bekamen auch noch einen Mini-Nikolaus. Auch die Grundschüler gingen nicht leer aus. Eine schöne Aktion! Ein Dank geht an die SMV!

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Weihnachtsaufsteller beim Calwer Weihnachtsmarkt oder die Geschichte der Klasse 7 mit den Schneemännern

Als Markus Brandl von der Stadtverwaltung Calw im November eine E-Mail an alle umliegenden Schulen geschickt  hatte mit der Frage, welche Klasse denn Lust hätte bei der Aktion „Weihnachtsaufsteller für den Weihnachtsmarkt“ mitzumachen, zögerte die 7. Klasse mit Klassenlehrerin Kathrin Hirschlein nicht lange und meldete sich dafür. Sofort entstand eine enge Kooperation zwischen Herrn Brandl, der für die Organisation des Calwer Weihnachtsmarktes zuständig ist, und der Klasse.

In kürzester Zeit erreichten die zwei großen Schneemänner die Wimbergschule. Sie mussten nur noch bemalt werden, denn der Wimberger Künstler Gerd Woreschke hatte die zwei Aufsteller bereits ausgesägt und vorgezeichnet. Mit viel Freude durften die 14 Siebtklässler*innen mit Acrylfarbe noch einen eigenen Touch verleihen. Techniklehrer Oliver Nowack unterstützte das Projekt mit seinem technischen Know-how und kreierte Fußstützen, die er mit seinen Technikschülern hinschraubte. Der Bauhof holte die Aufsteller ab und am ersten Adventswochenende auf dem Calwer Weihnachtsmarkt erfreuten sich Groß und Klein an den Schneemännern und Frau Holle, die Herr Woreschke noch beisteuerte. Hirsau und Gechingen leihten sich die Figuren nun für ihre Weihnachtsmärkte aus. Ein großes Kompliment für alle Beteiligten.

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Pausenverkauf in der Werkrealschule durch die SMV

Seit der Coronapandemie und mit den daraus resultierenden Auflagen war es nicht mehr möglich den Werkrealschüler*innen einen Pausenverkauf anzubieten. Es entfiel die Möglichkeit sich ein Pausenessen, wie Brezel, Laugenbrötchen, Sprudel usw. zu kaufen. Es ist wirklich erschreckend, wie viele Kinder von Schulbeginn 8.15 Uhr bis Schulende 15.30 Uhr ohne Trinken und Essen ausharren mussten. Das Angebot im letzten Schuljahr, belegte Brötchen im Voraus zu bestellen, wurde leider nur wenig genutzt. Es musste also eine niederschwellige Lösung her!

Den aktiven Schülersprechern Matthias Albers und Marie Hungerbühler war es ebenfalls eine Herzensangelegenheit, eine Möglichkeit sich für die Pause mit Essen und Trinken einzudecken, zu schaffen. Gesagt- getan! Die SMV organisiert nun seit wenigen Wochen einen Pausenverkauf immer dienstags und donnerstags in der großen Pause. Es werden aufgebackene Laugenstangen, Müsliriegel, Fruchtriegel, Sprudel, Milch und Kuchen angeboten.

Die Schüler*innen sind sehr dankbar und nutzen das Angebot rege, zur großen Freude von den SMV-Lehrern Herr Kröhnert und Frau Hirschlein. Frau Finkel unterstützt tatkräftig den Verkauf und ist immer zur Stelle! Ein großes Danke!

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Sekretärin Dagmar Iwanek geht in den verdienten Ruhestand

Die zehn Jahre, in denen Dagmar Iwanek Schulsekretärin an der Wimbergschule war, vergingen wie im Flug. Sie geht jetzt in Rente und verabschiedete sich am 25. November nach dem Unterricht mit einem kleinen Umtrunk und leckeren Häppchen vom Kollegium.

Herr Müller bedankt sich bei Frau Iwanek. Frau Bauerheim (links) steht zum Glück schon als Nachfolgerin bereit.

Konrektor Jürgen Müller blickte auf die gemeinsame Zeit zurück und betonte, wie Dagmar Iwanek sich immer für Schüler, Eltern und Lehrer eingesetzt habe. „Du hast mit uns gekämpft, so viel miterlebt“ zollte der stellvertretende Schulleiter ihr Respekt, vor allem auch, als es um den Einsatz für den Fortbestand der Werkrealschule ging, der letztendlich leider erfolglos blieb. Jürgen Müller hatte in der Statistik nachgeschaut und festgestellt, dass es bei Iwaneks Einstand 27 Fünftklässler gab. Seit zwei Jahren gibt es aber keine mehr und deshalb bleibt in wenigen Jahren auf dem Wimberg nur noch die Grundschule übrig. Er könne ihr für das Geleistete heute „nur einen kleinen symbolischen Dank aussprechen“ und überreichte Iwanek einen Blumenstrauß. „Du wirst in unserem Herzen bleiben“, so Müller. Das eigentliche Abschiedsgeschenk kommt noch, wenn Dagmar Iwanek zum nächsten Kollegiumsausflug im Mai nach Alpirsbach eingeladen ist. Auch zum Weihnachtsessen am letzten Schultag vor den Ferien kommt sie noch einmal vorbei.

Die Beschenkte, die in ihrer Zeit an der Schule drei Schulleitungen miterlebt hat, bedankte sich fast schon poetisch: „Ihr habt es mir immer leicht und jetzt beim Abschied schwer gemacht.“ Zum Glück gibt es mit Julia Bauerheim eine Nachfolgerin im Sekretariat. Diana Brunsch-Kügelchen begrüßte sie im Namen des Kollegiums und freute sich auf die Zusammenarbeit.

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Weihnachtsgeschenke für osteuropäische Kinder

Auch in diesem Jahr beteiligten sich alle Klassen der Wimbergschule am Weihnachtspäckchenkonvoi „Kinder helfen Kindern“. Viele Jungen und Mädchen sorgten mit liebevoll gepackten Paketen dafür, dass auch Kinder in Osteuropa und besonders in der Ukraine trotz ihrer schwierigen Lage zu Weihnachten einen Geschenkkarton auspacken und sich an Spielzeug, Süßigkeiten, Hygieneartikel, Mal- und Bastelmaterial freuen können. Unser ehemaliger Lehrer Herr Drossart, der früher schon selbst die Pakete in den Osten gebracht hatte, kam am 21. November vorbei und brachte die Geschenke zur Sammelstelle nach Karlsruhe. Danke dafür!

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Suppe für alle auf dem Wimberger Kartoffelfest

108 Wimberger Grundschulkinder haben eingeladen, bald 300 Gäste sind gekommen. Am vorletzten Novemberwochenende versammelten sich alle Kinder und deren Familien und Freunde, um an der Wimberger Grundschule das Kartoffelfest zu feiern. Begonnen mit der Saat im Mai, der Ernte Anfang Oktober und einer aktiven und informativen Projektwoche ‚Rund um die Kartoffel‘ haben die Schülerinnen und Schüler das wertvolle Gemüse naturwissenschaftlich, literarisch, künstlerisch und musikalisch von allen Seiten erforscht und kennengelernt.

Die Eltern wurden auf dem Schulhof von allen Kindern mit einem vorgetragenen Kartoffellied auf das Thema eingestimmt. Im Schulhaus öffneten dann alle Klassen ihre Türen, um die Arbeitsergebnisse stolz zu präsentieren. Laternen in Form des Kartoffelkönigs, ein Erzähltheater dazu, ein Kartoffelkäferrapp, Ausstellungen, Rätsel und Spiele gehörten zu dem vielseitigen Programm. Da war für jeden etwas dabei und die Zeit verging mit den Aktionen und Vorführungen wie im Fluge, bis der Höhepunkt angekündigt wurde: der Ausschank der selbstgekochten Kartoffelsuppe. Viele kleine und große Leute drängten sich vor vier großen Einmachtöpfen. Etliche Liter Suppe, von jeder Klasse gekocht, fanden reißenden Absatz und schmeckten bei herbstlichen Temperaturen besonders gut. Hier war dann Zeit für das gemütliche Beisammensein und den Austausch über die gelungene Veranstaltung.

Die Kinder der Wimberger Grundschule und das Lehrerteam bedanken sich für die tolle Unterstützung vieler Eltern in der Projektwoche und die überwältigende und interessierte Besucherresonanz.

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Aktion „Elterntaxis“ im Oktober 2022

„Klima schützen statt Klimaanlagen!“, so schrieb es eine Schülerin dick und fett auf ihren Flyer.

Im Religionsunterricht befassten sich die Viertklässler mit der Schöpfungsgeschichte. Teil dieser Einheit war auch die Frage danach, wie sich die Schöpfung bewahren lässt. Hierauf hatten die Kinder viele Antworten: Strom und Wasser sparen, die Umwelt sauber halten und keinen Müll wegwerfen, Müll recyceln, weniger Auto fahren etc. Schnell stand der Entschluss fest, wir möchten selbst aktiv werden. Im Frühjahr beteiligt sich die Wimbergschule immer an der Aktion „Umwelthelden“ der Stadt Calw. Dieses Mal wollten wir für den Schulweg zu Fuß werben, da uns aufgefallen ist, dass viele Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren werden. So sammelten wir Argumente und schrieben ideenreiche Plakate und Flyer.

Bekleidet mit Warnwesten stellten wir uns früh morgens und mittags auf dem Festplatz vor dem Schulgebäude auf und demonstrierten gegen Elterntaxis. Die Aktion sorgte für Aufmerksamkeit. Verunsicherte Eltern trauten sich nicht mehr ihre Kinder vor dem Gebäude abzusetzen und parkten stattdessen auf der anderen Seite des Festplatzes. Nicht ganz ungefährlich, da auch viele Schulbusse morgens auf den Platz fahren. Die Busfahrer begrüßten unseren Einsatz und zeigten den Daumen hoch. Ob die Eltern ihr Verhalten überdenken, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Vorteile des Fußweges liegen auf der Hand: Benzin sparen, gesündere Kinder, die sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen lernen, saubere Luft etc.

Im Frühjahr wird es eine weitere Aktion geben: ein Bewegungspass, der zusätzlich den Schulweg zu Fuß schmackhaft machen soll.

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Autorenlesung mit Judith Le Huray am 25. Oktober 2022

Am Dienstag war in der 3. und 4. Stunde eine Buchlesung von Judith Le Huray. Sie stellte uns am Anfang ihr Buch „Monsterboy“ vor und las ein bisschen daraus vor. Wir sprachen über die Geschichte und Liam durfte sich als Monsterboy verkleiden. Zum Schluss sprachen wir gemeinsam einen Rap. Danach stellte Frau Le Huray noch viele tolle Bücher vor.

Als nächstes durften wir ihr noch Fragen rund um ihren Autorenberuf stellen. Das war sehr interessant. Am Ende der Lesung bekam jedes Kind ein Lesezeichen mit Autogramm geschenkt.

Von Tobias und Jan

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Die Fahrradprüfung der Klasse 4 am 20. Oktober 2022

Es war Donnerstag – Fahrradprüfungstag. Alle Kinder aus unserer Klasse kamen in die Schule. Wir waren sehr aufgeregt. Nach der zweiten Stunde aßen wir Frühstück. Danach waren wir fertig mit dem Essen und konnten losfahren. Im Bus war es sehr laut und lustig. Nun kamen wir in der Verkehrsschule in Hirsau an.

Die Polizisten erklärten uns nochmal die Verkehrsregeln. Nun gingen wir raus, um unsere Fahrräder zu holen, wir stellten sie ein. Danach sagten die Polizisten, dass wir noch 15 Minuten frei fahren konnten. Anschließend stand die Fahrradprüfung an. Die Polizisten kontrollierten uns, sie waren sehr streng. Endlich war die Fahrradprüfung zu Ende.

Wir hatten Pause und durften noch vespern. Dann kamen die Polizisten und sagten uns das Ergebnis aller Kinder. Es hatten fast alle Kinder geschafft. Zum Schluss fuhren wir wieder zur Wimbergschule zurück. Das war ein schönes Erlebnis.

Von Madita und Katja

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Solidatitätskundgebung des FC Alzenberg-Wimberg am 29.10.2022 war erfolgreich!

Update: Wir als Schulgemeinschaft freuen uns über die positive Entwicklung, dass Familie Jacobi nicht nach Kroatien abgeschoben wird!

→ Am 25. November konnte man folgenden Artikel lesen:

Familie aus Afghanistan darf bleiben

Ein vorerst gutes Ende hat die Geschichte der Jacobis aus Calw gefunden. Die sechsköpfige Familie der Ortskraft Hasrat Jacobi, die aus Afghanistan nach Deutschland floh, sollte abgeschoben werden – dagegen protestierten zahlreiche Menschen.

Diese Abschiebung ist nun durch den tatkräftigen Einsatz der Bevölkerung verhindert worden. Ernst Dietzfelbinger, Fachanwalt für Migrationsrecht aus Calw, ist „über-, über-, überglücklich“ über die neuesten Entwicklungen. Während es am Donnerstagvormittag noch hieß, die Familie Jacobi erhalte vorerst eine Duldung, trudelten am Nachmittag noch bessere Nachrichten ein: Die Bundesrepublik macht von ihrem Selbsteintrittsrecht Gebrauch. Das bedeutet, dass das gesamte Verfahren noch einmal auf nationaler Ebene geprüft werde, erklärt der Anwalt. Die Abschiebung nach Kroatien, die wie ein Damoklesschwert über der Familie Jacobi schwebte, ist damit endgültig vom Tisch. „Mehr geht nicht“, freut er sich. Im schlechtesten Fall könnte das jetzige Prüfverfahren damit enden, dass die Familie eine Duldung bekommt. Das heißt, sie müssten theoretisch zurück nach Afghanistan, doch die Abschiebung wird ausgesetzt. Im besten Fall würden sie als Flüchtlinge anerkannt werden – mit all den damit einhergehenden Rechten. Die zweitbeste Option wäre ein subsidiärer Schutz, der einen Aufenthalt von mindestens einem Jahr in Deutschland erlaubt. Der Anwalt der afghanischen Familie ist sich jedenfalls sicher, dass ein brauchbares Ergebnis herauskomme.

Aus juristischer Sicht sei das „top“, betont Dietzfelbinger. Der sozialgemeinschaftliche Druck – unter anderem durch die Solidaritätsaktion in Alzenberg, habe erreicht, dass das Selbsteintrittsrecht in Kraft tritt. Das sei bei einem laufenden Verfahren in der Regel eher selten der Fall. Politiker, Bürger und auch der Fußballverein des zwölfjährigen Sohnes, der FC Alzenberg-Wimberg protestierten gegen die geplante Abschiebung. Der Verein startete eine Solidaritätsaktion. Auch die SPD-Vorsitzende und Abgeordnete für den Landkreis Calw, Saskia Esken, engagierte sich für die Familie: „Ich freue mich sehr für und mit Familie Jacobi. Die Aufmerksamkeit und Solidarität, die die Zivilgesellschaft im Landkreis Calw und darüber hinaus erzeugt hat, beeindruckt mich sehr. Hier haben sich Menschen für ihre Mitmenschen eingesetzt und ganz wesentlich zur aktuellen positiven Entwicklung beigetragen“, lässt sie mitteilen. Vater Hasrat arbeitete in Afghanistan für das deutsche Militär als Dolmetscher. Allerdings endete seine Arbeit vor dem 1. Januar 2013. Nur wer danach noch für die deutschen Truppen in Afghanistan tätig war, wurde als Ortskraft anerkannt.

Dietzfelbinger blickt im Gespräch mit unserer Redaktion auf den „wahnsinnig komplizierten“ Fall Jacobi zurück. Die Familie hatte, nachdem sie drei Jahre auf der Flucht war, in Deutschland beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Asyl beantragt. Doch weil die Familie bereits in Kroatien registriert war, drohte die Abschiebung. Laut des sogenannten Dublin-Verfahrens zeichnet das erste Land für die Flüchtlinge verantwortlich, in denen sie Asyl beantragt haben. Und das wäre im Fall Jacobi Kroatien, wohin sie abgeschoben werden sollten. Dort erlebte die Familie an der kroatischen Grenze bereits viel Gewalt durch die – illegalen – „Pushbacks“, das Zurückdrängen von Migranten. Gegen diesen Bescheid wiederum hat Dietzfelbinger beim Verwaltungsgericht Klage eingereicht, ebenso wie einen Eilantrag gegen die drohende Abschiebung. Letzterer wurde jedoch abgelehnt. Eine Abschiebung wäre damit jederzeit möglich gewesen, erklärt er. Nachdem sich aber so viele Ehrenamtliche, Bekannte, Freunde und die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken für die Familie eingesetzt hatten, war bereits die Nachricht der Duldung eine „gewisse Entspannung“.

(Artikel von Bianca Rousek und Wiebke Jansen im Schwarzwälder Boten vom 25.11.2022)

 

Breite Solidarität mit der Familie Jacobi

„Die bleiben hier – wie auch immer!“ Es ist ein großes Versprechen, das Asyl-Anwalt Ernst Dietzfelbinger der in Calw lebenden Familie von Hasrat Jacobi gab. Eine Solidaritäts-Aktion des FC Alzenberg-Wimberg zeigte die große Unterstützung auch aus der Bevölkerung.

Zwei Mädchen der Familie Jacobi besuchen die Wimbergschule – Ihre Mitschüler gestalteten eine Kinderkette, die bei der Kundgebung am Spielfeldrand aufgehängt war

Ehrengast der Veranstaltung auf dem Fußballplatz in Alzenberg: SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken – deren Zug zwar ordentlich Verspätung hatte, so dass SPD-Kreisvorsitzender Andreas Reichstein noch ihr vorbereitetes Grußwort verlesen durfte. Aber am meisten berührte die wohl mehr als 200 Unterstützer vor Ort sicher die Kicker der D-Jugend des FCs, die einen Solidaritätsbrief für ihren Kumpel und Mannschaftskameraden, den zwölfjährigen Sohn Bilal der Familie Jacobi, verfasst hatten und hier vor großem Publikum verlasen.

„Das wird Eindruck machen“, war sich auch Tino Bayer vom Arbeitskreis Asyl sicher. Bayer ist Pate für die Familie Jacobi und hatte auch seinerzeit dafür gesorgt, dass nach einer von einem TV-Team begleiteten Odyssee der ursprünglich aus Afghanistan stammenden Familie diese im Kreis Calw, genauer in der Asylunterkunft in Calw-Wimberg, Aufnahme fand. Die Geschichte der insgesamt sechsköpfigen Familie Jacobi ist von Dramatik gezeichnet: Drei Jahre dauerte die Flucht über den Iran, Griechenland, Türkei und die Balkan-Route. Vor allem an der Grenze zu Kroatien erlebten sie dabei viel Gewalt durch die sogenannten – illegalen – Pushbacks.

„Die haben uns dort geschlagen“, auch seine Frau – erzählt Hasrat Jacobi im Gespräch mit Saskia Esken. „Uns die Handys weggenommen.“ Eigentlich hätte die Familie sowieso ein Bleiberecht in Deutschland: Hasrat Jacobi hat schon früher in Deutschland gearbeitet, hier Deutsch gelernt. Als der Krieg in seinem Heimatland Afghanistan eskaliert, ging er dorthin zurück, um seine Frau und Kinder zu unterstützen – und dort für die deutschen Ortskräfte zu arbeiten. Allerdings geschah das alles vor dem 1. Januar 2013 – dieses Datum gilt als Stichtag für deutsche Behörden: Nur wer danach für die deutschen Truppen in Afghanistan gearbeitet hat, wird als Ortskraft auch anerkannt. Hasrats Jacobis Anstellung als Dolmetscher in der Bundeswehr-Küche des Isaf-Camps in Kabul lag tragischer Weise vor diesem Datum.

Für Tobias Pflüger, ehemaliger Bundestagsabgeordneter für die Partei Die Linke und deren verteidigungspolitischer Sprecher, ist genau diese Stichtagsregelung „völliger Unsinn“. Das Aufenthaltsrecht „muss für alle Ortskräfte“ der Bundeswehr gelten. Auch die sogenannte Dublin-Regelung, die bestimmt, dass Asylbewerber in das Land abgeschoben werden müssen, wo sie das erste Mal Asyl beansprucht haben – im Fall der Familie Jacobi wäre das Kroatien, wohin sie aktuell auch abgeschoben werden sollen – „muss dringend weg“, so Pflücker. „Diese Reglung ist unmenschlich!“ Pflüger hatte seinerzeit der Fall Jacobi regelmäßig der damaligen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgelegt und auch den Bericht über das Schicksal der Familie bei Spiegel-TV angeregt.

Für Tobias Pflüger, ehemaliger Bundestagsabgeordneter für die Partei Die Linke und deren verteidigungspolitischer Sprecher, ist genau diese Stichtagsregelung „völliger Unsinn“. Das Aufenthaltsrecht „muss für alle Ortskräfte“ der Bundeswehr gelten. Auch die sogenannte Dublin-Regelung, die bestimmt, dass Asylbewerber in das Land abgeschoben werden müssen, wo sie das erste Mal Asyl beansprucht haben – im Fall der Familie Jacobi wäre das Kroatien, wohin sie aktuell auch abgeschoben werden sollen – „muss dringend weg“, so Pflücker. „Diese Reglung ist unmenschlich!“ Pflüger hatte seinerzeit der Fall Jacobi regelmäßig der damaligen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgelegt und auch den Bericht über das Schicksal der Familie bei Spiegel-TV angeregt.

Auch für Saskia Esken ist eindeutig klar: Die Familie Jacobi sei längst „Teil der Gemeinschaft“ hier, und sie dankte auch „im Namen der Politik“ Hasrat Jacobi für dessen Einsatz für die Bundeswehr in Afghanistan. Zwar müsse man im Moment noch die Bearbeitung des Einspruchsverfahrens abwarten, aber sie sei „vorsichtig optimistisch“, dass „sich alles zum Guten wenden“ werde. Seit 2021 seien bereits insgesamt mehr als 26 000 Ortskräfte aus Afghanistan nach Deutschland geholt worden, jeden Monat kämen tausend weitere hinzu. Diese Zahlen verdeutlichten, dass es eine große Bereitschaft gebe, der Verantwortung Deutschlands für seine Ortskräfte gerecht zu werden. Das werde sich auch im Fall der Familie Jacobi beweisen.

Schließlich griff Hasrat Jacobi selbst während der Solidaritäts-Veranstaltung auf dem Fußballplatz des FC Alzenberg-Wimberg zum Mikrofon, dankte für die bereite Unterstützung: „Bitte lasst uns leben hier“, so seine Worte. „Wir brauchen diese Hilfe von euch!“

(Artikel von Axel H. Kunert im Schwarzwälder Boten vom 31.10.2022)

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